CLover club Cocktail geschichte

Die Geschichte des Clover Club: Ein Drink mit Gentlemen-Genen

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Der Clover Club Cocktail ist einer der wenigen Drinks, die nicht in New York oder London das Licht der Welt erblickten, sondern in Philadelphia – einer Stadt, die Anfang des 20. Jahrhunderts als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum galt. Der gleichnamige Clover Club wurde bereits in den 1880er Jahren gegründet, ein exklusiver Herrenclub, in dem sich prominente Geschäftsleute, Anwälte, Politiker und vor allem Journalisten trafen. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehörten Redakteure führender Tageszeitungen wie der Public Ledger und der Philadelphia Inquirer.

Der Club hatte keine permanente Lokalität, traf sich aber regelmäßig im prestigeträchtigen Bellevue-Stratford Hotel, das zu dieser Zeit als eines der besten Hotels Amerikas galt. Dort wurde nicht nur gegessen und diskutiert – dort wurde auch getrunken, und zwar mit Anspruch.

In dieser intellektuellen Atmosphäre entstand der Cocktail, der später den Namen des Clubs tragen sollte: Der Clover Club Cocktail. Auch wenn kein einzelner Bartender zweifelsfrei als Erfinder genannt werden kann, so lässt sich die Entwicklung des Rezepts zwischen 1896 und 1908 nachverfolgen. Erste schriftliche Erwähnungen finden sich im New York Press Club Manual und später im berühmten Savoy Cocktail Book von 1930, das den Drink endgültig im Kanon der klassischen Cocktails verankerte.

Clover Club -Ein Cocktail für Gentlemen – aber nicht für immer

Bemerkenswert ist, dass der Clover Club zur Entstehungszeit alles andere als feminin galt – im Gegenteil: Er war der Signature Drink eines reinen Männerclubs. Doch als sich die Cocktailkultur in den 1930ern veränderte und Drinks mit Eiweiß oder süßlichen Zutaten langsam aus der Mode kamen, wurde der Clover Club zunehmend als „zu leicht“ oder „zu mädchenhaft“ abgetan. In der Nachkriegszeit verschwand er nahezu völlig von den Barkarten.

Erst durch das Revival der klassischen Cocktailkunst im 21. Jahrhundert erlebte der Clover Club seine Renaissance. Ausgerechnet eine Frau – die gefeierte New Yorker Bartenderin Julie Reiner – benannte 2008 ihre Bar in Brooklyn nach dem Drink und machte ihn damit wieder salonfähig. Ihre Interpretation war klar, ausgewogen und handwerklich präzise – ganz im Sinne des Originals, aber auf den modernen Gaumen abgestimmt. Seitdem erlebt der Clover Club eine kleine Renaissance und gilt heute als Paradebeispiel dafür, wie vergessene Klassiker zurück ins Rampenlicht finden können.

Warum der Clover Club mehr als nur hübsch ist

Ein Cocktail ist immer nur so gut wie seine Zutaten – und beim Clover Club zeigt sich das ganz besonders. Was auf den ersten Blick wie ein verspielter, leicht rosa Aperitif aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als fein ausbalancierter Klassiker mit Anspruch. In der Bestens Bar legen wir deshalb größten Wert auf die Qualität und Auswahl jeder einzelnen Komponente – allen voran natürlich beim Gin.

 

Für unseren Clover Club setzen wir bewusst auf Bombay Sapphire, einen London Dry Gin, der mit zehn sorgfältig ausgewählten Botanicals destilliert wird. Was ihn so besonders macht, ist sein feines Gleichgewicht zwischen floralen Zitrusnoten und einer eleganten Wacholderbasis. Der Einsatz der Dampfinfusion – ein besonderes Verfahren, bei dem die Botanicals nicht eingelegt, sondern mit Wasserdampf extrahiert werden – sorgt für eine außergewöhnlich klare und weiche Aromatik. Genau das braucht ein Cocktail wie der Clover Club: einen Gin, der präsent ist, ohne sich aufzudrängen. Bombay Sapphire bringt genug Charakter mit, um den Drink zu tragen, bleibt dabei aber geschmeidig genug, um den anderen Zutaten Raum zu lassen. So entsteht ein harmonisches Ganzes, bei dem keine Komponente dominiert.

Neben dem Gin spielt auch der Zitronensaft eine zentrale Rolle. Er bringt die nötige Frische und eine lebendige Säure, die dem Drink seine Klarheit verleiht. In der Bestens Bar kommt nur frisch gepresste Zitrone ins Glas – kein Konzentrat, keine halbgaren Kompromisse. Nur so gelingt die feine Balance zwischen Süße, Säure und Alkohol, die diesen Cocktail ausmacht.

 

Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil ist der Himbeersirup. Hier zeigt sich, wie sehr sich Handwerk lohnt: Unser Sirup ist hausgemacht – aus echten Himbeeren, Zucker und einem Spritzer Zitrone. Er verleiht dem Clover Club seine charakteristische Farbe und einen authentischen, fruchtigen Geschmack, der viel feiner ist als alles, was man aus industriellen Sirupen herausbekommen könnte. Der Himbeergeschmack bringt Leichtigkeit, wirkt aber niemals künstlich oder aufdringlich – sondern wie eine kleine Erinnerung an Sommer und Frische.

 

Und dann ist da noch der Schaum. Klassisch wird der Clover Club mit Eiweiß zubereitet – das sorgt für die cremige Textur und die ikonische weiße Schaumkrone auf dem Drink. Doch rohes Eiweiß ist nicht jedermanns Sache: Wegen gesundheitlicher Risiken, aus ethischen Gründen oder schlicht aus Geschmacksgründen. Deshalb verwenden wir in der Bestens Bar eine moderne Alternative: Metil Eiweiß. Dabei handelt es sich um ein pflanzenbasiertes Bindemittel auf Basis von Methylcellulose, das in der gehobenen Gastronomie längst etabliert ist. Es bildet nicht nur einen besonders stabilen, feinen Schaum, sondern ist auch geschmacksneutral, vegan und hygienisch absolut unbedenklich. Der Drink bleibt dadurch genauso elegant wie im Original – aber für alle Gäste zugänglich.

 

Was am Ende im Glas landet, ist das Ergebnis durchdachter Entscheidungen: ein geschmeidiger, fruchtig-frischer Cocktail mit seidiger Textur, ausbalanciertem Körper und eleganter Erscheinung. Jeder Schluck ist ein kleines Zusammenspiel aus Frucht, Kräuterwürze und samtigem Mundgefühl – ein Cocktail, der sowohl erfahrene Genießer als auch neugierige Neueinsteiger überzeugt.

Cover Club Rezept

Die genau Anleitung wir ihr euch einen Clover Cllub selbst mixen könnt findet ihr in unserer Rezepte-Datenbank. Wir bauen unsere kleine aber feine Sammlung an Cocktail-Rezepten laufend aus.
Rezept

Vom Clubzimmer zur Craft-Bar: Die Renaissance des Clover Club

Die Geschichte des Clover Club Cocktails ist ein Paradebeispiel für die zyklische Natur der Trinkkultur. Was einst als Zeichen intellektueller Männlichkeit galt, wurde später belächelt, fast vergessen – und erlebt heute eine verdiente Renaissance in der gehobenen Barszene. Seine Reise durch die Jahrzehnte ist dabei nicht nur eine Aneinanderreihung von Rezeptveränderungen, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen.

Der Niedergang in der Prohibitionszeit

In den frühen 1900er Jahren war der Clover Club an der US-Ostküste ein beliebter Drink in gehobenen Hotels und Privatclubs. Doch mit dem Beginn der Prohibition (1920–1933) – also dem landesweiten Verbot der Herstellung und des Verkaufs von Alkohol – verschwanden viele klassische Cocktails von der Bildfläche. Die Barkultur verlagerte sich in die Illegalität, in sogenannte „Speakeasies“, wo hastig und oft mit minderwertigen Zutaten gemixt wurde. Ein Drink wie der Clover Club, der Sorgfalt, Frische und Eiweiß (!) erforderte, war unter solchen Bedingungen kaum mehr realisierbar. Und so geriet er in Vergessenheit – wie viele feinsinnige Cocktails seiner Zeit.

Nachkriegszeit: Der Geschmack verflacht

Nach dem Ende der Prohibition und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Geschmack des breiten Publikums deutlich. Cocktails wurden einfacher, süßer, bunter. Tiki-Drinks und Highballs dominierten die Szene, während klassische Pre-Prohibition-Cocktails als altmodisch und umständlich galten. Der Clover Club wurde in dieser Zeit fast gänzlich verdrängt – auch, weil Drinks mit Eiweiß und zarter Farbe plötzlich als „weiblich“ galten. In einer Ära, in der Männlichkeit sich über harte Drinks und klare Schnitte definierte, passte der elegante, rosafarbene Clover Club einfach nicht mehr ins Bild.

Revival durch die Craft-Cocktail-Bewegung

Erst ab den frühen 2000ern begannen Barkeeper weltweit, sich wieder auf klassische Rezepte zu besinnen. In New York, London, Berlin, Tokio – überall tauchten plötzlich vergessene Cocktailbücher aus dem 19. Jahrhundert wieder auf. In der Folge entstand eine globale Bewegung: die sogenannte Craft-Cocktail-Revolution. Man experimentierte wieder mit Hausgemachtem, mit Frische, mit Technik – und entdeckte dabei auch den Clover Club neu.

Einen besonderen Meilenstein setzte dabei die US-amerikanische Bartenderin Julie Reiner, die 2008 in Brooklyn ihre Bar eröffnete – „Clover Club“. Der Name war kein Zufall, sondern ein Statement: Der Cocktail, der jahrzehntelang als überholt galt, wurde hier zum Star einer neuen Generation. Reiner bewies, dass Eleganz, Handwerk und Ästhetik keine Frage des Geschlechts oder der Mode sind – sondern des Anspruchs. Ihre Interpretation des Clover Club war frisch, ausgewogen und texturiert – und legte damit die Messlatte für unzählige Bars weltweit.

Heute: Ein Drink für Kenner und Entdecker

Heute findet man den Clover Club in Bars auf der ganzen Welt – von New York über Kopenhagen bis Tokio. Allerdings nicht auf jeder beliebigen Karte: Er ist kein „Mainstream“-Cocktail wie der Mojito oder der Espresso Martini. Vielmehr ist er zum Geheimtipp für anspruchsvolle Gäste geworden, die nicht nur einen Drink wollen, sondern ein Erlebnis.

Er gilt als Signature Cocktail der modernen Craft-Bar-Szene: Er ist ein Beweis dafür, dass man komplexe Aromen, ausgewogene Textur und Ästhetik auch in nur vier Zutaten erschaffen kann – wenn man weiß, wie. Die Verwendung von Eiweiß (oder veganen Alternativen), das Spiel aus Frucht und Säure, die Balance zwischen Süße und Alkohol – all das macht ihn zu einem Prüfstein für gute Bartender:innen.

In der Bestens Bar wird der Clover Club gern von Gästen bestellt, die offen sind für etwas Neues – oder vielmehr: etwas Wiederentdecktes. Viele sind überrascht, wie ausbalanciert und „erwachsen“ ein Drink mit dieser Farbe schmecken kann. Andere feiern genau diese Unerwartetheit: ein Cocktail, der aussieht wie ein Dessert, sich aber trinkt wie ein Klassiker.

Der heutige Stellenwert

Der Clover Club ist längst kein „vergessener Klassiker“ mehr, sondern ein Symbol für die Rückbesinnung auf Qualität, Handwerk und Authentizität. Er wird nicht in jeder Bar serviert – und das ist auch gut so. Denn dort, wo man ihn mit Liebe und Präzision zubereitet, entfaltet er seine ganze Kraft: als Botschafter einer Ära, die Eleganz über Effizienz stellte, als Prototyp für die Renaissance klassischer Cocktails, und als Beweis, dass man Stil nicht neu erfinden muss – nur wiederentdecken.

Aber das ist nicht alles. Durch die längere Haltbarkeit – wir sprechen hier von 5 bis 10 Tagen im Kühlschrank – lassen sich Produktionsspitzen glätten, Mise en Place besser planen und vor allem: Abfall vermeiden. Super Juice erlaubt uns eine neue Form der Planung: effizient, nachhaltig, nervenschonend. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass eine Investition in ein Kilogramm Zitronensäure mehr Ertrag bringt als dieselbe Investition in frische Zitronen – von der Kühlkette ganz zu schweigen. Der Wareneinsatz sinkt, die Marge steigt, die Barkarte bleibt stabil. Es ist ein bisschen wie Aktienfonds, nur mit Zitrusnote.

Spannende Abwandlungen: Der Clover Club im neuen Gewand

Ein Klassiker inspiriert immer auch zur Variation. Hier drei bekannte Abwandlungen des Clover Club:

 
Clover Club Royale

Ein Clover Club mit einem Schuss Champagner oder Crémant – perfekt als Aperitif. Der Schaum vom Eiweiß harmoniert überraschend gut mit der Kohlensäure.

 
Winter Clover

Statt Himbeersirup wird ein Cranberry-Rosmarin-Sirup verwendet, der Drink erhält so eine würzige, winterliche Note. Gerne mit einem kleinen Rosmarinzweig garniert.

 
Golden Clover

Hier wird gelber Chartreuse (ca. 10 ml) zugefügt, um dem Drink mehr Tiefe und kräuterige Komplexität zu verleihen. Ideal für alle, die einen komplexeren Twist mögen.

Fazit: Warum der Clover Club ein unterschätztes Meisterwerk ist

Der Clover Club ist mehr als ein hübscher Cocktail mit rosa Schaumkrone – er ist ein Zeugnis handwerklicher Barkunst, das Geschichte, Eleganz und Aroma vereint. Sein Comeback in der Barwelt ist verdient: Wer ihn richtig zubereitet, wird mit einem ausgewogenen, samtigen, fruchtig-frischen Drink belohnt, der sowohl Neulinge als auch Connaisseurs überzeugt.

Er mag weniger bekannt sein als der Martini oder Negroni, doch vielleicht ist es genau das, was ihn so besonders macht: Ein Geheimtipp mit Historie – für alle, die wissen wollen, wie echte Klassiker schmecken.

Daniel Knoflicek

Ein Gastrokind, das die TU Wien mit einem BSc in Software Engineering – der Lehre von der kalten, digitalen Logik – und die Donau Uni Krems mit einem MSc in Online Marketing – der Kunst der charmanten Manipulation – absolviert hat. Meine wahre empirische Feldstudie fand jedoch während des Studiums statt, wo ich die Architektur des menschlichen Rausches an Theken mit zweifelhafter Reputation, aber exzellenten Cocktails (u.a. im U4 und Volksgarten) ergründete. Seit 2012 leite ich Slidebird Webstories, eine Agentur, in der ich digitale Konzepte auf ein Fundament stelle, bevor der moderne Mensch sie als bloßes „Pitchdeck“ trivialisiert. Mit der Bestens Bar (2017) habe ich einen existentiellen Fixpunkt geschaffen. Seit 2022 bin ich zudem Managing Partner der Eva & Adam Cocktailbar, wo wir Spiritualität als eine wörtliche, flüssige Erfahrung interpretieren. Ich operiere im Spannungsfeld zwischen der rigorosen Logik des Performance-Marketings, dem metaphysischen Barspiritus und der zentralen Frage, wie man den perfekten Cocktail mit einem SEO-Konzept verheiraten kann. Auf diesem Blog finden Sie die unzensierten Protokolle aus dieser kontrollierten Unordnung. Cheers.
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