Cocktail Rezept: Mai Tai
Tiki pur! Exotisch, fruchtig und voll Rum-Power.
Zubereitungszeit
3 Minuten
Geschmacksprofil
Fruchtig
Anlass
Sommerparty, Tiki-Party
Zutaten
3 cl weißer Rum
3 cl dunkler Rum
2 cl frischer Limettensaft
1,5 cl Orgeat (Mandelsirup)
1,5 cl Orange Curaçao
Crushed Ice
Garnitur
Annansblatt, getrocknete Orange, eventuell Minze, Staubzucker
Glas
Tumbler
Schwierigkeit
Anspruchsvoll
Zubreitung
Alle Zutaten in einen Shaker mit Eis geben.
Kräftig shaken.
In ein Glas auf Crushed Ice abseihen.
Mit Minze, Limettenschnitz und Cocktailkirsche garnieren.
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Geschichte des Cocktails
Der Mai Tai ist einer der bekanntesten und meistdiskutierten Cocktails der Welt – nicht nur wegen seines Geschmacks, sondern auch wegen seiner Herkunft. Der Name selbst stammt aus dem Tahitianischen: „Mai Tai – roa ae!“ bedeutet so viel wie „nicht von dieser Welt“ oder „das Beste!“ – und genau das war die Reaktion, die laut Legende zur Namensgebung führte. Doch von Anfang an.
Die Entstehung des Mai Tai liegt in den 1940er-Jahren – eine Zeit, in der exotische Träume und die Sehnsucht nach fernen Inseln das Nachtleben in den USA prägten. In Kalifornien entstand die sogenannte Tiki-Kultur: Bars und Restaurants mit Bambusmöbeln, Tropendekor, hawaiianischer Musik und – ganz wichtig – tropisch inspirierten Cocktails. Es war die Geburtsstunde der Tiki-Drinks, und der Mai Tai wurde bald zu ihrem König.
Die Entstehungsgeschichte des Mai Tai ist allerdings umstritten und wurde zur regelrechten Rivalität zweier Ikonen: Trader Vic (Victor J. Bergeron) und Don the Beachcomber (Ernest Raymond Beaumont Gantt). Beide behaupteten, den Drink erfunden zu haben.
Trader Vic gibt an, den Mai Tai 1944 in seiner Bar in Oakland, Kalifornien, erstmals gemixt zu haben. Laut seiner Erzählung wollte er einen ganz besonderen Drink für seine tahitianischen Freunde kreieren. Er kombinierte einen hochwertigen, gereiften jamaikanischen Rum mit Limettensaft, Orgeat (Mandelsirup), Orange Curaçao und Zucker – ohne große Dekoration oder Schnickschnack. Als er seinen Freunden den Drink servierte, sollen sie laut ausgerufen haben: „Mai Tai – roa ae!“ – „Das ist das Beste!“ Der Name war geboren, und der Drink wurde ein Verkaufsschlager. Trader Vic selbst sagte später, er habe den Cocktail speziell entwickelt, um die Qualität eines großartigen jamaikanischen Rums zur Geltung zu bringen.
Doch Don the Beachcomber, der schon in den 1930er-Jahren mit seinen tropischen Drinks in Hollywood für Furore sorgte, beanspruchte die Urheberschaft für sich. Tatsächlich hatte er einen Drink mit ähnlichem Aufbau – doch die genaue Rezeptur wich ab. Während Trader Vics Rezept schlank und balanciert war, setzte Don auf komplexe Gewürzmischungen und eine lange Liste an Zutaten, die typisch für seine Stilrichtung waren. Viele Experten glauben heute, dass Trader Vic das Rezept vereinfachte und so den bis heute bekannten und beliebten Mai Tai schuf.
In den 1950er- und 60er-Jahren wurde der Mai Tai endgültig zur Ikone der Tiki-Kultur. Vor allem durch seine Präsenz in luxuriösen Hotelbars auf Hawaii wurde der Drink berühmt – allerdings in oft stark abgewandelter Form. Statt dunklem jamaikanischem Rum wurde oft günstiger, heller Rum verwendet, Orangensaft und Ananassaft kamen dazu, manchmal sogar Grenadine. Das hatte mit dem Original nicht mehr viel zu tun, passte aber in die kitschig-exotische Vorstellung, die Touristen suchten.
Heute bemühen sich viele Bartender weltweit wieder um eine Rückkehr zur ursprünglichen Eleganz des Mai Tai. Hochwertiger Rum steht wieder im Mittelpunkt, und das Zusammenspiel aus Mandelsirup, Limette und Curaçao ist wieder puristisch und klar. Manchmal wird sogar wieder der legendäre Wray & Nephew 17 Jahre alte jamaikanische Rum rekonstruiert, den Trader Vic angeblich im Original verwendete – eine Flasche davon ist heute mehrere tausend Dollar wert.
Was den Mai Tai bis heute besonders macht, ist seine Vielschichtigkeit: Er ist kräftig und süß, aber auch frisch und nussig. Er ist exotisch, aber nicht überladen. Und er trägt die DNA zweier Barkultur-Pioniere in sich, die mit Bambus, Rum und tropischer Fantasie die amerikanische Cocktailwelt revolutionierten.
Der Mai Tai ist mehr als ein Cocktail – er ist ein Stück Popkultur, ein Symbol für Fernweh und Lebensfreude im Glas. Und egal, ob in einem Tiki-Becher oder im Tumbler auf Crushed Ice – ein gut gemachter Mai Tai ist immer noch genau das, was der Name verspricht: Nicht von dieser Welt.
Fun Fact
„Mai Tai“ bedeutet in der tahitianischen Sprache: „Nicht von dieser Welt!“
Einkaufsliste
Weißer Rum
Dunkler Rum
Limetten
Orgeat (Mandelsirup)
Orange Curaçao
Crushed Ice
Minze
Cocktailkirsche
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